Pick ‘n’ Mix – Mixtapes für alle!

___Mixtape_by_angel_core(bild von angel-core)

 

Das Mixtape – eins der persönlichsten Geschenke, die man machen und/oder
bekommen kann.
Ein Mixtape aufzunehmen ist mehr als Blumen, eine CD oder ein Buch zu
kaufen. Es kostet (bis auf Leerkassette/CD-Rohling) kein Geld – aber
Zeit, Gedanken und Mühe. Vor der Musiksammlung sitzen, passende Songs
suchen, einen Aufbau finden, Übergänge planen, die Tracklist schreiben,
ein Cover gestalten.. und sich währenddessen schon ausmalen, wie der
andere es auspackt, einlegt, die ersten Töne hört, dann hoffentlich
beginnt zu lächeln, sich freut über die liebevolle Zusammenstellung,
sich verliebt in neue, unbekannte Tracks..

Mixtapes sind Liebe. <3

Als also letzte Woche in der Timeline das Gespräch darauf kam,
beschlossen @Miss_Temple (http://miss-temple.blogspot.de/) und ich spontan, eine Mixtape-Aktion zu starten.

Wenn ihr mitmachen wollt, meldet euch bis zum 19.05.2013 bei einer von
uns an, über Twitter oder Blog [@miss_temple (http://miss-temple.blogspot.de/) /
@semi_suicidal  (semi_suicidal@yahoo.de)], und gebt bei eurer Anmeldung
bitte folgendes an:

 

1. Möchtet ihr eine Kassette oder eine CD?
2. Euer Last.fm-Profil oder wahlweise eure Lieblingskünstler/-genres, oder, falls ihr irgendwas überhaupt nicht mögt, eure “Hasskünstler/-genres”
(natürlich könnt ihr euch auch musikalisch vollkommen überraschen
lassen, dann gebt einfach bei diesem Punkt nichts an)
3. Eure Adresse (die wird natürlich nicht veröffentlicht, sondern bleibt
bei @miss_temple und mir und wird nur an den/diejenige(n), der/die euch
beschenken möchte(n), weitergegeben)

 

Nach Ablauf der Anmeldefrist werden wir dann eine Teilnehmerliste
veröffentlichen. Von dieser Liste sucht ihr euch eine/n (oder auch
mehrere) aus, den/die ihr gern lest oder einfach spontan sympathisch
findet, und meldet euch bei uns. Von uns bekommt ihr dann die Adresse
des/derjenigen, und schon könnt ihr loslegen.

 

Wir freuen uns auf euch und eure hoffentlich zahlreichen Anmeldungen! :)


Geschützt: der große zweifel

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splitter

lisa schreibt in ihrem wundervollen post “pieces“, sie wünschte sich, “solche einträge auch von anderen zu lesen”. froh, einen aufhänger für den blogpost, den ich schon lange schreiben will, zu haben, komme ich diesem wunsch gern nach. :)

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ich habe ständig das gefühl, nicht genug zu wissen. deshalb dauert es oft auch quälend lang, bis ich mir eine meinung über etwas gebildet habe. um mich zu etwas äussern zu können, muss ich möglichst alle hintergründe kennen. durch diese intensive beschäftigung damit entwickelt sich zwangsläufig ein gewisses verständnis für die einzelnen positionen, was es mir oft zusätzlich schwer macht, “partei zu ergreifen”. dadurch wirke ich auf viele unentschlossen oder gleichgültig, mir dagegen ist unbegreiflich, wie sie, manchmal innerhalb weniger minuten, unumstößliche meinungen zu etwas entwickeln können.

in büchern unterstreiche ich alles, was mich berührt, worin ich mich wiedererkenne, was mir besonders klug erscheint oder was ich einfach nicht vergessen will.

manchmal wünschte ich, ich könnte dasselbe mit blogposts tun.

wenn ich etwas mit den lippen festhalte – zb einen stift zwischen die lippen klemme – überkommt mich fast sofort ein heftiger brechreiz.

ich habe ein schwieriges verhältnis zum glauben. das schopenhauer-zitat “der wechsel allein ist das beständige.” bringt das einzige, woran ich sicher glaube, am besten auf den punkt.

ich habe eine sehr große leidenschaft fürs schreiben, aber meist nur sehr wenig vertrauen in meine fähigkeiten diesbezüglich. ich komme nicht von der stelle, noch kann ich aufhören.

meine andere große leidenschaft ist die musik, und im gegensatz zum schreiben kann ich sie, dank meiner unbestreitbaren talentlosigkeit in diesem bereich, einfach nur genießen. was großartig ist.

“über musik schreiben ist wie zu architektur tanzen”, hat markus wiebusch gesagt, und obwohl ich das anders sehe, nehme ich es gern als begründung, wenn es darum geht, warum ich meine beiden leidenschaften nicht einfach verbinde.

ich kann nicht aufhören, bestimmte lebensentscheidungen wieder und wieder durchzugehen und mir alternativszenarien auszumalen.

ich bin gleichermaßen verschlossen wie exhibitionistisch.


Geschützt: I

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einschub

im moment tut sich ne menge, so innendrin. vielleicht liegt das am neuen jahr, oder daran, dass schon wieder sieben jahre um sind, an den sternen oder dem wetter – oder eventuell daran, dass in letzter zeit vieles aus der vergangenheit auftaucht. jedenfalls sprudelt da irgendwas in mir  und da ich nicht weiß, wohin damit und mir schon das schreiben des letzten blogposts so geholfen hat, wird das also alles hier landen.

es ist nicht nur emo-content – das sollte der geneigte leser ja schon gewohnt sein – es ist auch sehr persönlich; daher werde ich solche einträge mit einem passwort schützen.
nebeneffekt: auf diese weise wird auch niemand gezwungen, diesen ungefilterten, unbearbeiteten gefühlsmüll zu lesen.
(wer es trotzdem möchte, kann sich gern über twitter, email oder sonstwie melden – und wen ich gut genug kenne, um mich nicht vor ihm für diesen gefühlsmüll totzuschämen, dem schicke ich dann das passwort.)


Geschützt: antwort

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über dicke, dünne und absurdes

an- oder besser: aufgeregt durch einige tweets und eine anschließende diskussion gestern ein wohl längst überfälliger blogpost zum thema körperformen. sicherlich getrieben durch eine gewisse wut, daher wohl nicht so sachlich, wie er sein könnte, vielleicht sogar polemisch – aber mein gott, es kotzt mich eben an.

 

zunächst mal: mir ist vollkommen bewusst, wieviel darüber schon geschrieben und referiert wurde. aber solange die idioten täglich mit den immergleichen phrasen um die ecke kommen, solange müssen sich eben auch die, die anders denken, wiederholen.

 

die unart, menschen, die anders aussehen, zu be- oder gar verurteilen, gibt es wohl schon immer, und ist überall verbreitet. seien es ungewöhnliche kleider, haarfarben/frisuren, tattoos, piercings und sonstige bodymods – was anders ist, ist komisch.

 
doch in keinem bereich ist diese unart so verbreitet, so anerkannt und akzeptiert wie im bereich körperformen.

 
niemand würde einem anderen seine haar- oder augenfarbe oder seine körpergröße vorwerfen. niemand würde, nur weil er schwarzes haar nicht schön findet, sagen, dass schwarzhaarige ja echt abstoßend sind. niemand würde, nur weil er mehr auf blaue augen steht, von braunäugigen fordern, kontaktlinsen zu tragen. niemand würde sich, nur weil er auf große menschen steht, beschweren, dass er sich diese ekligen kurzbeinigen im schwimmbad ansehen muss.

 
dagegen ist es vollkommen normal und anerkannt, dass “(zu) dicke” oder “(zu) dünne” menschen nicht schön sind. das ist konsens. es ist nicht einmal eine meinung, es ist eine tatsache. es ist normal, an jeder ecke, in jedem magazin, auf jedem sender auf anleitungen zum perfekten körper zu stoßen. es ist normal, geschockte blicke miteinander auszutauschen, wenn ein “zu dicker/zu dünner” auftaucht. es ist normal, zu sagen, dass bestimmte klamotten doch bitte nicht in diesen größen hergestellt werden sollten. es ist normal, das essverhalten anderer zu kommentieren, ihnen nahezulegen, doch mal etwas mehr/weniger zu essen. es ist normal, vom äusseren aufs innere zu schließen, menschen aufgrund ihres aussehens charaktereigenschaften anzudichten.

 
es ist also normal, dass manche menschen ihr leben lang in dem (vermeintlichen) wissen leben, dass sie nicht schön sind. es ist normal, dass manche menschen große teile ihres lebens damit verbringen, mit sich zu kämpfen, um dem schönheitsempfinden anderer zu entsprechen.

 
dass es dadurch unheimlich schwer, wenn nicht unmöglich, wird, ein unverkrampftes verhältnis zu seinem körper oder sogar so etwas wie selbstbewusstsein zu entwickeln, scheint dabei egal zu sein. das ganze geht sogar so weit, dass dicke oder dünne menschen, die es trotz ständiger kommentare, kritik und anfeindungen geschafft haben, so etwas wie selbstbewusstsein zu entwickeln, sich sogar sagen lassen müssen, sie könnten doch aber “so” gar nicht glücklich sein. denn, wie ja jeder weiß, niemand findet so etwas schön.

 
alle, alle sind wir so tolerant, sind wir uns einig, dass doch jeder so leben soll, wie er möchte  – aber geht es um zu dicke/zu dünne, gilt das natürlich nicht mehr. da fühlt sich jeder berufen, zu kommentieren. und nicht nur zu kommentieren, sondern sich aktiv in das leben anderer einzumischen. ungefragt. auch bei fremden. der dicken frau im imbiss einfach mal zu sagen, sie solle doch lieber den salat statt der bratwurst nehmen. dem dünnen jungen mann unaufgefordert eine größere portion zu geben, “weil er doch wirklich ein bisschen was auf die rippen braucht”.

 

ich könnte nun ewig darüber referieren, woher das alles wohl kommt, wieviel zb die medien damit zu tun haben, etc. aber das will ich gar nicht. denn das wären vielleicht erklärungen, aber sicher keine entschuldigungen. selbst wenn man permanent davon umgeben ist – solang unsere gehirne nicht zwecks meinungseinspeisung verkabelt werden, können wir sie benutzen.

 
und ja, vielleicht wäre ich mir über diese ganze problematik nicht ganz so deutlich bewusst, wenn ich nicht selbst erfahrungen damit gemacht hätte. wenn ich nicht mein leben lang vermittelt bekommen hätte, dass ich “zu dick” bin; wenn ich meinen freund nicht hätte, der sich wiederum schon immer damit herumschlagen muss, dass er “aber dringend mal zunehmen müsste”.

 
aber – selbst wenn man diese erfahrungen nicht selbst gemacht hat: wenn man sich mal ernsthaft damit auseinandersetzte, würde einem irgendwann auch die absurdität des ganzen klar. es würde einem klar, dass es genauso absurd ist, jemanden wegen seines körperbaus abzuwerten, wie jemanden wegen seiner augenfarbe oder seiner körpergröße herabzuwürdigen. dass es eine frechheit ist, allgemein festlegen zu wollen, was schön und was nicht schön ist; dass es die pure arroganz ist, sein (oftmals auch nur übernommenes) schönheitsbild zum maßstab aller dinge zu machen und anderen ihres einfach abzusprechen.

 
leider scheinen sich immer noch viele nie ernsthaft damit auseinandergesetzt zu haben. deshalb werde ich immer wieder gegenposition beziehen, wenn ich solche dummen, unreflektierten, verletzenden, diffamierenden sprüche lese oder höre. ich werde immer wieder darüber sprechen, darüber streiten, darüber schreiben, wenn nötig, millionenmal.

 

 

 

(zum schluss möchte ich dazu noch auf diesen beeindruckenden artikel verweisen, der mir bei jedem lesen aufs neue sehr viel mut und hoffnung macht.)


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