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serienblogprojekt – enlightened

im rahmen von patschbellas serienblogprojekt hier meine dritte (ziemlich späte, ich bitte um entschuldigung!) review, heute zu enlightened.

auf enlightened war ich besonders gespannt, aus mehreren gründen. zum einen ist da laura dern, die sowohl die serie – zusammen mit mike white – entwickelt hat, als auch die hauptrolle spielt. zum anderen die handlung der serie selbst – als ich die erste zusammenfassung las, dachte ich, das klingt wie für mich gemacht: eine frau, die sich nach einem nervenzusammenbruch in therapie begeben hat, und ihr versuch, danach wieder ins leben zurückzufinden.

nun, das erste, was ich zu enlightened sagen kann, ist: noch nie hat es mir ein serienpilot so schwer gemacht, mir eine meinung zu bilden.

nach 30 ziemlich vollgestopften minuten saß ich ratlos da. das heisst, nein, eine vermutung, wo das ganze hingehen könnte, hatte ich, und um diese entweder zu bestätigen oder zu widerlegen musste ich mir erstmal die zweite folge ansehen.

hundertprozentig sicher bin ich mir jedoch auch danach noch nicht, was von dieser serie zu halten ist.

aber fangen wir doch mit dem beginn des piloten an – einem nervenzusammenbruch der hauptfigur, wie er besser nicht dargestellt werden könnte (gut, wen wundert’s, wir reden hier von laura dern). amy, leitende angestellte der beauty-abteilung eines großen konzerns, flippt aus, weil sie in eine aussenstelle versetzt werden soll – woran ihr kollege, mit dem sie eine affäre hatte, nicht ganz unschuldig zu sein scheint. nach diesem spektakulären zusammenbruch macht sie eine dreimonatige, ziemlich esoterisch angehauchte therapie auf hawaii, inclusive lagerfeuern, schwimmen mit schildkröten und gesprächsrunden.

als auf den ersten blick ganz neuer mensch, übersprudelnd vor lauter positiver energie, kehrt amy zurück in ihr leben – beziehungsweise das, was davon übrig ist. so ist sie zb gezwungen, bei ihrer mutter einzuziehen, was einiges konfliktpotential birgt. die mutter, gespielt von laura derns mutter diane ladd, kann nämlich eher weniger mit dem neuen ich ihrer tochter anfangen, was zu einigen awkward moments führt.

ihr – diversen drogen nicht abgeneigter – exmann (luke wilson) steht amys wandlung gelassener gegenüber, zwar scheint er das ganze nicht sonderlich ernst zu nehmen, er lehnt es aber auch nicht gänzlich ab. das bestärkt amy nur in ihrer überzeugung, ihre neue, positive energie auch an ihn weitergeben zu müssen – genauso wie an den rest ihrer umgebung.

ihr versuch, sich ihren job zurückzuholen, scheitert – die firma bietet ihr lediglich eine andere, weniger gute stellung an. auch mit ihren ideen, den konzern betreffend, stößt sie auf ablehnung.

in solchen, schwierigen momenten bekommt die neue, positive amy erste risse – ihre unmittelbaren reaktionen zeugen jeweils nicht gerade von innerer ruhe. dem begegnet sie wiederum mit von der therapie mitgebrachten mantras, selbsthilfebüchern und ähnlichem.

und genau das ist es, was mich nach dem piloten so ratlos zurückließ – es wurde einfach nicht klar, wohin das nun gehen soll: eine durchaus, na sagen wir: böse beleuchtung all dieser erleuchtungs-versprechenden theorien, oder eine verteidigung genau dessen?

zugegeben, ich wollte ersteres glauben. ich mag doch laura dern so, und dass ausgerechnet sie jetzt mit so einem.. esoterischen „positiv-denken“-kram um die ecke kommt – nein, der gedanke war nicht angenehm.

ganz sicher bin ich mir nach der zweiten folge noch immer nicht, aber es scheint, als würden meine befürchtungen nicht erfüllt. die szenen, in denen die alte amy wieder zum vorschein kommt, werden häufiger, ganz intensiv zeigt sich das zb in einer konfrontation mit ihrer früheren assistentin.

ausserdem werden einige weitere figuren eingeführt, genauer gesagt: ihre neuen kollegen, verschiedenste mehr oder weniger schräge typen, die allesamt vielversprechend erscheinen.

fazit: ich werde enlightened definitiv noch ein weilchen verfolgen. die serie hat eine menge potential. amys versuch, ihre neue einstellung mit ihrem alltäglichen leben in einklang zu bringen, ihre hin- und hergerissenheit zwischen jahrelang geprägten gedanken und gefühlen und neuem, positiven denken, die verschiedenen, teils sehr vielversprechenden nebenfiguren – daraus kann man wirklich was machen. wenn die autoren es schaffen, das ganze auf eine klarere linie zu bringen, könnte enlightened eine richtig, richtig gute serie werden.


serienblogprojekt – person of interest

im rahmen von patschbellas serienblogprojekt hier meinen zweite review, heute zu „person of interest“.

 

 

In der US-Serie „Person Of Interest“ geht es um den Milliardär Finch (Michael Emerson), der den Ex-CIA-Mann Reese (Jim Caviezel) anheuert, um in einem privaten Feldzug das Verbrechen in New York City zu führen. Dabei hat Finch sein Geld als Prorammierer gemacht und bringt ein wichtiges Werkzeug mit in die Verbrechensbekämpfung: Ein Programm, dass aus den Daten, die eine Großstadt wie etwa New York sammelt, diejenigen Personen herausfiltern kann, die wahrscheinlich demnächst ein Verbrechen begehen. Reese auf der anderen Serie hat die CIA unter ungewöhnlichen Umständen verlassen, und gilt bei seinen alten Arbeitgebern als tot.

In der Serie geht es also darum, anhand des Aufspürens von Verdächtigen (Person of interest) mögliche Verbrechen in der Zukunft zu verhindern.

              (serienjunkies.de)

so. wir haben hier die neue serie von j. j. abrams, dem mann, der uns schon alias und lost beschert hat. die erwartungen sind also – selbst bei mir, die ich zumindest die lost-hysterie nicht so teilen konnte – hoch.

beginnen wir mal mit der oben schon umrissenen story. das verbrechen soll bekämpft werden, indem verhindert wird, dass es überhaupt begangen wird. neu ist das nun nicht gerade (hallo minority report), aber definitiv origineller als eine dreihundertste csi-variante; und in kombination mit dem big brother-aspekt der totalen überwachung wird es durchaus interessant. gerade dieser düstere aspekt hätte gern etwas mehr ausgebaut werden dürfen, was den piloten um einiges packender gemacht hätte, andererseits besteht aber hoffnung, dass das im lauf der nächsten folgen noch geschieht. wie man es von abrams kennt, muss man einfach hinnehmen, dass man vieles nicht auf anhieb verstehen oder einordnen kann – was gerade bei dieser serie auch sehr gut passt. und trotzdem erfährt man in dieser ersten folge genug, um sich ein bild machen zu können, was einen in dieser ersten staffel wohl erwartet.

apropos bild, den look der serie ist – passend sowohl zur story als auch zu den charakteren – eher dunkel, grau in grau, gehalten. abgerundet wird das durch die zwischendurch immer wieder eingeblendeten überwachungskamera-aufnahmen.

die figuren sind, wie schon angedeutet, ebenfalls eher düster – jeder auf seine art eben. da ist zum einen john reese, ein ehemaliger cia-agent. er hat, soweit wir es im piloten erfahren, seine cia-tätigkeit für die liebe aufgegeben, und wird von seinem ehemaligen arbeitgeber für tot gehalten. was genau mit der frau, die wir zu anfang des piloten in einer art rückblende in glückliche zeiten kurz zu sehen bekommen, passiert ist, wird noch nicht klar, allerdings muss es furchtbar schrecklich sein. jedenfalls ist reese, als wir ihn kennenlernen, ziemlich weit unten: im penner-look und mit flasche in der hand wird er nach einer ubahn-schlägerei verhaftet.

aus dieser unangenehmen situation befreit ihn mr. finch, der zwar alles über reese zu wissen scheint, von dem wir zunächst recht wenig persönliches erfahren, ausser, dass er sehr reich ist. nach den anschlägen vom 11. september hat er für die regierung besagtes programm entwickelt, das verbrechen bereits erkennt, bevor sie begangen werden. allerdings kommt er nicht damit zurecht, dass das programm lediglich zur terrorbekämpfung genutzt wird, da alle daten, die als „irrelevant“ eingestuft werden, weil sie keinen terroristischen hintergrund haben, nicht verwendet werden. durch eine hintertür, die er in das programm eingebaut hat, hat er jedoch zugriff auf diese daten – und er braucht john reese, um mithilfe dieser daten verbrechen wie zb morde zu verhindern. es ist zu erahnen, dass auch er vielleicht dinge erlebt hat, durch die er den drang verspürt, für „das gute“ zu kämpfen, das wird allerdings, wenn überhaupt, nur ganz vage angedeutet.

insgesamt ist mein eindruck dieser ersten folge durchwachsen. vor allem habe ich damit zu kämpfen, dass ich den darsteller des john reese, jim caviezel, überhaupt nicht mag. das ist wohl seinem auftritt in mel gibsons passion christi geschuldet – ehrlich gesagt, habe ich danach nie wieder irgendetwas mit ihm gesehen. dass es aber immer wieder momente gab, in denen ich das nahezu vergessen habe, spricht eindeutig für die serie (und ja, wahrscheinlich auch für ihn..). die story hat durchaus ihren reiz, auch wenn ich mir für die nächsten folgen mehr.. tiefe wünschen würde. wie schon gesagt, könnte zb der überwachungsaspekt viel mehr ausgebaut werden. auch so einige zusammenhänge wollten sich mir nicht so recht erschließen, da ich aber nicht genau sagen kann, ob das vielleicht an mir liegt, vernachlässige ich diesen aspekt mal. den recht düsteren, rauen look der serie empfand ich als wirklich stimmig; und an – wirklich schöner – action mangelt es auch nicht, wer beispielsweise auf rasante schusswechsel steht, kommt im piloten schon auf seine kosten. darunter leiden aber blöderweise die charaktere ein wenig, besonders der des john reese. was ich bisher über ihn erfahren habe, empfinde ich als arg klischeehaft – der einsame wolf, der sich nach schrecklichen erlebnissen nahezu aufgegeben hat und bitter geworden ist. da kann man mit mehr nuancen sicherlich noch was machen, etwas schal wird die figur für mich aber sicher bleiben. besser ging es mir da mit mr. finch, dessen etwas unterkühlte art durchaus ihren reiz hat. und der trick, einfach mal so wenig wie irgend möglich über ihn zu verraten, funktioniert auch hier wunderbar: man will einfach wissen, was mit dem kerl ist. (ich kann mir gut vorstellen, dass ebendieses geheimnis um ihn sogar einer der träger der nächsten folgen, vielleicht sogar der ganzen staffel, sein könnte.) die nebencharaktere, die man im piloten kennengelernt, sind dagegen wieder viel zu schwach gezeichnet, als dass man ernsthafte sympathien, antipathien, neugier oder wasauchimmer für sie entwickeln könnte.

ich werde mir die zweite folge jedenfalls ansehen, denn ich bin geneigt, anzunehmen, dass das, was mir in dieser ersten folge gefehlt hat, sich mit den nächsten folgen schon einstellen wird (man denke nur an die charakterentwicklung bei lost). und denen, die den piloten noch nicht gesehen haben, empfehle ich einfach mal, ihn sich anzusehen. man wird sich zumindest nicht ärgern, seine zeit total vertan zu haben.


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