fassungslos

bin heute morgen vom türklingeln  aus einem weiteren traum von dir gerissen worden.

draussen stand der postbote, mit einem päckchen – weißt du, das päckchen, das ich für uns bestellt habe. ich wusste, was es ist, ohne reingeschaut zu haben, aber ich musste es trotzdem öffnen. musste mir die sachen ansehen, die ich mit dir zusammen ausprobieren wollte. musste weinen.

du fehlst mir so, das nachdenken über dich und mich und das was passiert ist, tut nach wie vor weh. die wenigen momente gestern, in denen ich beschäftigt genug war, um nicht an dich denken zu können, waren nicht genug, um mich auch nur halbwegs zu erholen.

ich weiß, ich muss geduldig sein, was erwarte ich auch nach den paar vergangenen tagen eine echte besserung? aber die ungeduld war schon immer mein größtes problem, direkt gefolgt von dem zwang, alles unter kontrolle haben zu müssen. und nun.. nun ist da etwas in mir, auf das ich kaum einfluss habe, ein schmerz, der wütet und tobt, beisst und reisst, was ich auch tue, und der nicht weniger werden will, was ich auch versuche.

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und ich weiß auch, das ist leben, wer sonst wüsste das besser als ich?! ich hab gelernt, leben bedeutet auch verlust – für wie abgeklärt hielt ich mich in dieser beziehung! ich, diejenige, die immer am lautesten davon sprach, dass nichts, auch nicht die liebe, ewig ist – ich kann es nun nicht fassen, dass sich plötzlich alles geändert hat.

so fühlt es sich an

charly oder ich hab gedacht, wir wären anders

aufhören können zu denken, nur für eine halbe stunde.

den ganzen tag schon liege ich hier herum, unfähig, auch nur irgendwas zu tun, nur in meinem kopf tobt ein sturm. die immer gleichen gedanken jagen sich, nur unterbrochen von winzig kleinen erinnerungsfetzen, die plötzlich eine vollkommen neue bedeutung bekommen.

ich dachte gestern, heute würde es bestimmt schon weniger schlimm sein, dabei hatte ich gestern nur eine vage vorstellung von dem, was ich jetzt erst so richtig begreife.

bis gestern glaubte ich, wir würden uns irgendwann trennen, weil du mich nicht mehr aushältst, weil es dir zu viel mit mir wird. ich habe dafür gesorgt, dass du jederzeit wußtest, dass ich das verstehen würde. offen und ehrlich – so hatte ich mir vorgestellt, dass es enden würde.

ich habe nicht mit einer so unglaublichen täuschung gerechnet. erst recht hätte ich nie daran geglaubt, dass es so banal sein würde. dass die handlung jedes zweiten schlechten liebesdramas das drehbuch für unser ende sein würde. dass zufälliges entdecken, ausreden, ins-gesicht-lügen und theaterspielen dazugehören würden. dass ich so banale sätze sagen würde wie “ich hab gedacht, wir wären anders.”

ich kann nicht sagen, was am meisten schmerzt, es blutet überall. weiß nicht, wie ich mich drehen und wenden, was ich tun soll, damit es nicht so sehr wehtut. ich weiß, ich kann aushalten, aber ich will das nicht aushalten müssen.

einfach schlafen können, solang, wie die wunden zum heilen brauchen, und dann meinetwegen auch wieder aufstehen und weitermachen. nurhalt ein bisschen ruhe. bitte.

back

der erste post des jahres 2010 – 16 tage, nachdem es begonnen hat. nun gut.

um die letzten wochen kurz zusammenzufassen: ich hatte ein wirklich schönes sylvester verbunden mit einem, na, sagen wir, kurzurlaub in einem verschneiten dörfchen im tiefsten hessen, ich habe (wahrscheinlich mehr aufgrund meiner mangelnden kenntnisse als wegen eines pc-fehlers) meine gesamte festplatte verloren (bin noch immer auf der suche nach einer cd, auf die ich (hoffentlich!) zumindest meine texte mal gebrannt habe), ich bin dabei, meine medikamente (zumindest teilweise) abzusetzen, und.. ja, das wars eigentlich schon.

ich habe diesesmal bewusst auf einen rückblick auf das letzt jahr verzichtet. ich möchte mir das desaster nicht noch einmal minutiös vor augen führen, es erlebt zu haben, reicht.

für das grade begonnene jahr habe ich mir vor allem eins vorgenommen: nichts mehr zu erwarten. hoffen, träumen, wünschen – ja, aber erwarten – nein. denn ich habe festgestellt, dass ich ab dem moment, in dem eine erwartung in mir entsteht, unflexibel werde. so unflexibel, dass ich mir kaum zu helfen weiß, wenn die erwartung sich zerschlägt.

ich will distanz schaffen. will mich nicht mehr mit jeder faser an eine vorstellung binden, die dann zerplatzt und mich abstürzen lässt. will lächelnd beobachten, statt heillos verstrickt mittendrin zu stehen.

ein ehrgeiziges vorhaben, ich weiß. und wer mich kennt, wird mich wahrscheinlich auslachen, wie ich mir da meine ganz persönliche sisyphos-aufgabe gestellt habe. aber nun, wenn ich was gelernt habe, dann, dass sich jederzeit alles ändern kann. vielleicht ändert es sich ja diesmal zu meinen gunsten.


ich erwarte nichts

ich fürchte nichts

ich bin frei

(n. kazantzakis)

so here it is, merry christmas

weihnachten also.

irgendwann sollte man sich dran gewöhnt haben -  nicht so ich. keine ahnung, wieso es mir nach so langer zeit noch immer nicht egal sein kann.

den versuch, so zu tun, als sei es ein tag wie jeder andere, habe ich schon lange aufgegeben – komisch eigentlich, dass ich das überhaupt für möglich gehalten habe! selbst wenn man es schafft, die gedanken, die immer von ganz unten aufsteigen, nein: hochkriechen, wegzusperren – nachbarn, internet, fernseher und radio machen es unmöglich, auch nur eine sekunde lang zu vergessen, dass weihnachten ist.

schlimm ist ausserdem, wenn jemand nicht akzeptieren kann oder will, dass man sich nicht für weihnachten erwärmen kann. gut, vielleicht ist es tatsächlich nicht einfach zu verstehen, wenn man die gründe nicht kennt – aber am betretenen schweigen der meisten merke ich immer wieder, dass sie die gründe dann doch lieber nicht gehört hätten.

warum schreibe ich das eigentlich? – hm, es könnte eine bitte sein, vielleicht.

wenn ihr so jemandem im freundes-/bekanntenkreis habt, denkt nicht, “ach, er muss nur’n bisschen überredet werden, eigentlich will er ja.” wenn derjenige weiß, dass er bei euch willkommen ist, dass ihr ihn nicht aus mitleid, sondern weil ihr ihn gernhabt, einladet, und trotzdem nicht annehmen kann oder will, dann lasst ihn.

so schön es auch wäre, nicht jeder kann weihnachten lieben.

aber trotzdem: glaubt ihm (oder ihr..), wenn er/sie euch ein schönes fest wünscht.

das kann man nämlich immer, ganz unabhängig vom eigenen gefühl.

also:

wunderschöne weihnachten den weihnachtsfans; allen anderen: entspannte 3 “urlaubstage”!

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Woody-Allen-Zitat der Woche:

"Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis."

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