leben im grenzgebiet

der name dieses blogs ist „life in borderland“ – zum einen, weil ich im grenzland (d/nl/b) lebe, zum anderen, weil ich mich auch sozusagen „innerlich“ in einem grenzgebiet befinde. ich habe borderline.
(für die, die nicht wissen, was das ist: wikipedia erklärt es ganz gut.)

ich habe die diagnose noch nicht allzulang, genauer gesagt, seit frühjahr letzten jahres.
anfang letzten jahres bekam ich eine schwere depression und landete in einer klinik. zu diesem zeitpunkt war ich noch in einer schulischen ausbildung, kurz vor den abschlussprüfungen, und umso schlimmer war es, als mir klarwurde, dass ich die ausbildung würde unterbrechen müssen, weil sich die krankheit länger hinzog als gedacht. in der klinik bekam ich nämlich nach einigen wochen ausser der diagnose „depression“ auch noch die diagnose „borderline“. meine ärzte rieten mir, eine spezielle therapie zu machen, die dialektisch-behaviorale therapie, kurz: DBT, und halfen mir, sehr schnell einen therapieplatz in einer klinik in münster zu bekommen. so konnte ich direkt im anschluss an die entlassung hier in die nächste klinik. insgesamt wurde ich 5 monate stationär behandelt.
die DBT hat mir sehr geholfen, ich habe wahnsinnig viel gelernt.
die erste zeit nach der entlassung ging es mir auch dementsprechend ziemlich gut. ich hatte jede menge skills kennengelernt, die mir bei anspannung halfen, und die ich statt selbstverletzendem verhalten einsetzen konnte.
allerdings hielt diese gute phase nicht lange an. ich habe es nicht geschafft, das, was ich gelernt hatte, beizubehalten. grade dinge wie skills brauchen kontinuierliches training, und das hatte ich so allein zuhause nicht. zwar hatte ich meine ambulante therapeutin, die sich auch mit BL auskennt, allerdings konnten wir ja nicht jede stunde darauf verwenden, meine skills zu üben.
dazu kam leider noch, dass ich eine sozialphobie entwickelte. das fing an mit einer riesigen angst, wieder in die schule zu gehen, wo alle wussten, dass ich gerade „aus der klapse kam“, und steigerte sich immer mehr, bis ich schließlich teilweise das haus gar nicht mehr verlassen konnte.

mittlerweile habe ich die sozialphobie etwas in den griff bekommen, sie ist zwar noch da, beherrscht mich aber nicht mehr so sehr wie in den schlimmsten zeiten. ähnlich ist es mit der depression: auch mit ihr habe ich manchmal zu kämpfen, allerdings bin ich heute – und dafür bin unendlich dankbar – meilenweit entfernt von dem zustand, in dem ich noch vor anderthalb jahren befand.
das, was mich wohl am meisten beeinträchtigt, ist und bleibt BL. es hat mich schon mein ganzes leben begleitet (das weiß ich heute), und ich habe mich shcon darauf eingestellt, es niemals ganz loszuwerden. aber daran arbeiten kann ich, sodass es irgendwann mal erträglicher wird – und das tue ich.

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