"guten" morgen auch

frischer kaffee und ein guter schuss panik, dazu etwas selbsthass – kann ein tag besser anfangen?

ich habe eben einen halben herzinfarkt bekommen, als ich in meinem nachthemdchen in die küche stolperte, den vorhang am fenster aufzog, und einem bauarbeiter direkt in die augen sah, der draussen im hof vor meinem fenster stand. dann hab ich seine – gefühlten – 20 kollegen gesehen und alles war aus.
wer sind die, was machen die, wie lange bleiben die.. etc.
dem hätte man abhelfen können, indem man einfach mal rausgegangen wäre, fröhlich „guten morgen“ gesagt und einfach mal nachgefragt hätte, wie das jeder normale mensch tun würde.
nicht aber semi.
semi zieht sich ins schlafzimmer zurück und passt auf, dass sie sich nur in bestimmten zimmerecken aufhält, damit sie nicht etwa einer von draussen durchs fenster sehen kann, semi beginnt bereits zu überlegen, welcher laden in der nähe auch spätabends noch aufhat, damit sie die wohnung verlassen und einkaufen gehen kann, ohne „denen da draussen“ begegnen zu müssen. semi entwickelt panik und textet ihre freunde zu, sie sei in ihrer wohnung gefangen.

das schlimme ist, irgendwo im hinterkopf immer noch genau zu wissen, wie irrational, wie unbegründet, wie überflüssig diese dämliche angst ist. gespräche mit sich selber zu führen, in denen man sich all das sagt, und trotzdem dieses herzrasen, dieses engegefühl, diese panik zu spüren.
sich zu schämen, weil man so blöd gewesen ist, sich zu hassen, weil man so ist, weil mans einfach nicht in den griff bekommt.

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