in der theorie bin ich super

aus aktuellem anlass (genauer: aufgrund eines dm-austauschs mit herrn @mainwasser auf twitter) musste ich gestern abend wieder an etwas denken, das mir meine therapeutin vor ein paar monaten gesagt hat.

ich saß, ein kissen umklammernd, in ihrem korbsessel und heulte wieder einmal rum, dass ich immer und immer wieder in dieselben beschissenen situationen gerate, dass sich die schlimmsten dinge in meinem leben dauernd wiederholen. dass das ungerecht ist, dass ich nicht verstehe, was das soll. immerhin habe ich mich bis zum erbrechen analysiert, und weiß, warum ich auf manche themen sensibler reagiere als auf andere. und warum reicht es denn nicht, dass ich das schon ein-, zwei-, hundertmal durch habe?

ihre einfache antwort war: man begegnet demselben problem – höchstens vielleicht auf einer anderen ebene – immer wieder, solange, bis man eine „gute“ lösung, einen „guten“ umgang für sich damit gefunden hat.

gut. ich soll also etwas lernen.

– bin ich denn so viel blöder als alle anderen? muss ich wirklich hundertmal vor die wand rennen, um zu kapieren, dass es da nicht durchgeht, während alle anderen es spätestens beim 2. mal verstanden haben? warum kann ich nicht aus meiner haut, warum muss ich dieselben reaktionen, dieselben verhaltensmuster dauernd wiederholen? oft ist mir sogar noch währenddessen bewusst, was für einen unfassbaren blödsinn ich gerade mache, und kann doch nicht anders!

durch die jahrelange erfahrung weiß ich mittlerweile sehr gut, wie es nicht geht. und leider kann ich heute nicht mehr, wie ich das vor 5 jahren noch konnte, behaupten, dass ich nicht auch wüsste, wie es denn geht. ich habe genug gespräche mit „normalen“ menschen geführt, genug bücher gelesen und genug therapien gemacht, um recht genau zu wissen, wie ich mich verhalten müsste, um nicht wieder mit 200 gegen die wand zu rasen. ja, in der theorie bin ich super.

 

es ist eben das alte problem: gefühl und verstand sind sich spinnefeind. oder, um es mit woody allen zu sagen:

„das schwierigste am leben ist es, herz und kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. in meinem fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher basis.“

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