fragen (und ja, auch musik)

so,  wir kommen doch tatsächlich mal wieder zu was anderem als musik – wahnsinn, oder?

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wie tröstet man jemanden, der sich weigert, überhaupt traurigkeit zuzulassen? darf/soll man das dann überhaupt?

das sind fragen, die mich in den letzten tagen (u.a.) sehr beschäftigen. ich ringe mit mir, wieviel davon ich hier erzählen kann – es geht nämlich (ausnahmsweise) mal nicht um mich persönlich. ich denke, wenn ich versuche, so allgemein wie möglich zu halten, ist es okay.

also, nehmen wir an, jemand ist gestorben. und jemand anders, von dem man eigentlich traurigkeit deshalb erwarten würde, zeigt kaum reaktion – keine tränen, keine veränderung der stimmung, kein redebedürfnis. nun kennt man diesen jemand recht gut und weiß daher, dass er.. sagen wir, keine besonders enge beziehung zu seinen gefühlen hat, bzw. alles, was „gefährlich“ werden könnte, schlichtweg verdrängt. man wird aber einfach das gefühl nicht los, dass dieses ereignis irgendetwas in demjenigen ausgelöst haben muss – aber man kommt nicht ran. im gegenteil, es scheint, als wolle der betreffende überhaupt nicht, dass irgendwas aus seinem inneren an die oberfläche tritt (und somit beachtet werden muss!).

was macht man da?

hm.

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(sorry. ich kann mir in etwa vorstellen, wie dieser post auf einen aussenstehenden wirken muss. es musste halt raus.)

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ach ja, der heutige song muss noch sein:

day 16 – a song that you used to love but now hate

hm.. ich glaube, ich hasse keinen der songs, die ich mal wirklich gern mochte.. das einzige, das ich da jetzt nennen könnte, ist eins dieser lieder, die im radio leider so totgespielt wurde, dass man sie irgendwann einfach nicht mehr hören kann. mir gehts leider so mit sämtlichen singles von james blunt. ich hab mir relativ früh sein erste album besorgt und mochte ihn sehr. aber dann wurde er bekannter und bekannter, und plötzlich lief seine musik ständig. immer. überall. und irgendwann hab ich angefangen, reflexartig umzuschalten, wenn was von ihm kam.

hier das lied, das mich wohl am aller-, allermeisten genervt hat:

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4 responses to “fragen (und ja, auch musik)

  • PatschBella

    Als jemand der nicht so die irrsinnig enge Beziehung zu seinen Gefühlen hat – Zeit, sonst nichts. Weil, Verdrängen geht ja, Abschalten ist schon schwieriger. Insofern, irgendwann und bei einer vermutlich komplett unerwarteten Gelgenheit wird sich die Person äußern.

    Und dann hilft es schon, wenn sich die Umgebung nicht vor den Kopf gestoßen fühlt, sondern ein bisschen Verständnis zeigt.
    Uhm, nicht, dass ich sowas schon gemacht hätte, oder so.

    Und nein, die Antwort ist glaube ich auch kaum zu verstehen, aber musste raus. So in der Art ist es mit Gefühlen.

  • Holger

    Menschen haben viele verschiedene Strategien, mit ihrer Trauer umzugehen. Für Beobachtende ist es oft schwer nachvollziehbar, wenn jemand, der einen Verlust erlitten hat, nicht offensichtlich am Boden zerstört ist sondern so weitermacht, als wäre nichts geschehen. Das ist aber meiner Erfahrung nach eine von vielen weitgehend normalen Reaktionen. Sag diesem Menschen in einer stillen Stunde, dass er mit Dir über alles reden kann, aber nicht muss. Dränge ihm kein Gespräch auf, gib ihm Zeit, sich seiner Trauer und seines Verlusts bewusst zu werden.

    Manche Menschen wollen mit ihrer Trauer allein sein, manche wollen sie teilen, aber nur mit wenigen Menschen und erst nach einiger Zeit (das kann Jahre dauern, bis es sich Raum bricht, glaube mir…), und manche schreien sie sofort in die Welt hinaus und teilen sie mit jedem, der ihnen begegnet.

    Sei geduldig, verständnisvoll, aber nicht zu sorgend – von außen übertragenes Trauerbedürfnis kann nämlich abschreckend wirken und dazu führen, dass der Trauernde sich noch weiter in sich zurückzieht. Manchmal kann durch etwas banales, alltägliches (ins Kino gehen, danach noch etwas essen) der richtige Moment einfach hereinbrechen.

  • Keks

    Ich würde auch für eine Abwarten und Da-Sein Taktik plädieren. Ich kenne es nur ansatzweise, als der tolle Mann seine Mama verlor. Er spricht heute noch sehr selten darüber und tut so, als ginge es ihm gut. Ich merke es nur, wenn er einen seiner „zickigen Tage“ hat.
    Ich glaube, für die Trauernden ist es einfach wichtig, dass sie wissen, dass jemand da ist, sollte es nötig werden. Bohren bringt leider gar nichts.

    Und um noch kurz etwas zu James Blunt zu sagen … ich kenne ihn nur aus dem Radio und ich mochte ihn noch nie. Normaler Weise steh ich ja auf so … hm … schnulzige, herzzerreißende Stimmen und Sänger, aber hier ging das gar nicht.

  • semisuicidal

    ich hoffe, es ist in ordnung, wenn ich euch „in einem“ antworte?
    ganz ehrlich wundert es mich jetzt selbst ein bisschen, dass ich so sehr auf dieses „traurig-sein-müssen“ fixiert war; vor allem, weil ich selbst bis vor wenigen jahren noch eher wenig bezug zu meinen gefühlen hatte (und in gewissen bereichen immer noch habe). vielleicht, nein: wahrscheinlich, war da sowas wie übertragung im spiel – mich hat dieser todesfall ungewöhnlich stark berührt, obwohl ich in keinster weise persönlich betroffen war.
    jedenfalls habt ihr wohl wirklich recht. und ich sehe wieder klarer. danke!

    @keks
    komisch, bei mir isses genau andersrum :) – ich kann sonst mit so „schnulzen-kram“ wenig bis gar nichts anfangen – und bei james blunt wars ausnahmsweise mal anders.

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