serienblogprojekt – person of interest

im rahmen von patschbellas serienblogprojekt hier meinen zweite review, heute zu „person of interest“.

 

 

In der US-Serie „Person Of Interest“ geht es um den Milliardär Finch (Michael Emerson), der den Ex-CIA-Mann Reese (Jim Caviezel) anheuert, um in einem privaten Feldzug das Verbrechen in New York City zu führen. Dabei hat Finch sein Geld als Prorammierer gemacht und bringt ein wichtiges Werkzeug mit in die Verbrechensbekämpfung: Ein Programm, dass aus den Daten, die eine Großstadt wie etwa New York sammelt, diejenigen Personen herausfiltern kann, die wahrscheinlich demnächst ein Verbrechen begehen. Reese auf der anderen Serie hat die CIA unter ungewöhnlichen Umständen verlassen, und gilt bei seinen alten Arbeitgebern als tot.

In der Serie geht es also darum, anhand des Aufspürens von Verdächtigen (Person of interest) mögliche Verbrechen in der Zukunft zu verhindern.

              (serienjunkies.de)

so. wir haben hier die neue serie von j. j. abrams, dem mann, der uns schon alias und lost beschert hat. die erwartungen sind also – selbst bei mir, die ich zumindest die lost-hysterie nicht so teilen konnte – hoch.

beginnen wir mal mit der oben schon umrissenen story. das verbrechen soll bekämpft werden, indem verhindert wird, dass es überhaupt begangen wird. neu ist das nun nicht gerade (hallo minority report), aber definitiv origineller als eine dreihundertste csi-variante; und in kombination mit dem big brother-aspekt der totalen überwachung wird es durchaus interessant. gerade dieser düstere aspekt hätte gern etwas mehr ausgebaut werden dürfen, was den piloten um einiges packender gemacht hätte, andererseits besteht aber hoffnung, dass das im lauf der nächsten folgen noch geschieht. wie man es von abrams kennt, muss man einfach hinnehmen, dass man vieles nicht auf anhieb verstehen oder einordnen kann – was gerade bei dieser serie auch sehr gut passt. und trotzdem erfährt man in dieser ersten folge genug, um sich ein bild machen zu können, was einen in dieser ersten staffel wohl erwartet.

apropos bild, den look der serie ist – passend sowohl zur story als auch zu den charakteren – eher dunkel, grau in grau, gehalten. abgerundet wird das durch die zwischendurch immer wieder eingeblendeten überwachungskamera-aufnahmen.

die figuren sind, wie schon angedeutet, ebenfalls eher düster – jeder auf seine art eben. da ist zum einen john reese, ein ehemaliger cia-agent. er hat, soweit wir es im piloten erfahren, seine cia-tätigkeit für die liebe aufgegeben, und wird von seinem ehemaligen arbeitgeber für tot gehalten. was genau mit der frau, die wir zu anfang des piloten in einer art rückblende in glückliche zeiten kurz zu sehen bekommen, passiert ist, wird noch nicht klar, allerdings muss es furchtbar schrecklich sein. jedenfalls ist reese, als wir ihn kennenlernen, ziemlich weit unten: im penner-look und mit flasche in der hand wird er nach einer ubahn-schlägerei verhaftet.

aus dieser unangenehmen situation befreit ihn mr. finch, der zwar alles über reese zu wissen scheint, von dem wir zunächst recht wenig persönliches erfahren, ausser, dass er sehr reich ist. nach den anschlägen vom 11. september hat er für die regierung besagtes programm entwickelt, das verbrechen bereits erkennt, bevor sie begangen werden. allerdings kommt er nicht damit zurecht, dass das programm lediglich zur terrorbekämpfung genutzt wird, da alle daten, die als „irrelevant“ eingestuft werden, weil sie keinen terroristischen hintergrund haben, nicht verwendet werden. durch eine hintertür, die er in das programm eingebaut hat, hat er jedoch zugriff auf diese daten – und er braucht john reese, um mithilfe dieser daten verbrechen wie zb morde zu verhindern. es ist zu erahnen, dass auch er vielleicht dinge erlebt hat, durch die er den drang verspürt, für „das gute“ zu kämpfen, das wird allerdings, wenn überhaupt, nur ganz vage angedeutet.

insgesamt ist mein eindruck dieser ersten folge durchwachsen. vor allem habe ich damit zu kämpfen, dass ich den darsteller des john reese, jim caviezel, überhaupt nicht mag. das ist wohl seinem auftritt in mel gibsons passion christi geschuldet – ehrlich gesagt, habe ich danach nie wieder irgendetwas mit ihm gesehen. dass es aber immer wieder momente gab, in denen ich das nahezu vergessen habe, spricht eindeutig für die serie (und ja, wahrscheinlich auch für ihn..). die story hat durchaus ihren reiz, auch wenn ich mir für die nächsten folgen mehr.. tiefe wünschen würde. wie schon gesagt, könnte zb der überwachungsaspekt viel mehr ausgebaut werden. auch so einige zusammenhänge wollten sich mir nicht so recht erschließen, da ich aber nicht genau sagen kann, ob das vielleicht an mir liegt, vernachlässige ich diesen aspekt mal. den recht düsteren, rauen look der serie empfand ich als wirklich stimmig; und an – wirklich schöner – action mangelt es auch nicht, wer beispielsweise auf rasante schusswechsel steht, kommt im piloten schon auf seine kosten. darunter leiden aber blöderweise die charaktere ein wenig, besonders der des john reese. was ich bisher über ihn erfahren habe, empfinde ich als arg klischeehaft – der einsame wolf, der sich nach schrecklichen erlebnissen nahezu aufgegeben hat und bitter geworden ist. da kann man mit mehr nuancen sicherlich noch was machen, etwas schal wird die figur für mich aber sicher bleiben. besser ging es mir da mit mr. finch, dessen etwas unterkühlte art durchaus ihren reiz hat. und der trick, einfach mal so wenig wie irgend möglich über ihn zu verraten, funktioniert auch hier wunderbar: man will einfach wissen, was mit dem kerl ist. (ich kann mir gut vorstellen, dass ebendieses geheimnis um ihn sogar einer der träger der nächsten folgen, vielleicht sogar der ganzen staffel, sein könnte.) die nebencharaktere, die man im piloten kennengelernt, sind dagegen wieder viel zu schwach gezeichnet, als dass man ernsthafte sympathien, antipathien, neugier oder wasauchimmer für sie entwickeln könnte.

ich werde mir die zweite folge jedenfalls ansehen, denn ich bin geneigt, anzunehmen, dass das, was mir in dieser ersten folge gefehlt hat, sich mit den nächsten folgen schon einstellen wird (man denke nur an die charakterentwicklung bei lost). und denen, die den piloten noch nicht gesehen haben, empfehle ich einfach mal, ihn sich anzusehen. man wird sich zumindest nicht ärgern, seine zeit total vertan zu haben.

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12 responses to “serienblogprojekt – person of interest

  • Curi0us

    Witzig, dass Du das mit Jim Caviezel so schreibst. Ich las irgendwo, dass man den wohl entweder richtig gut, oder richtig doof fände. (Ich fand ihn bisher eher egal, muss ich zugeben). Aber würde ja so halb bei Dir auch zutreffen, scheint mir.. ^^

    Ich fand die erste Folgen bisher eigentlich ziemlich gut. Aber Du hast schon Recht, es ist noch etwas flach. Aber ich habe den Eindruck, dass sich das noch entwickeln dürfte. Bisher für mich jedenfalls einer der besseren Serienstarts dieses Jahr.

    Ach und: Ich fand wirklich erwähnenswert, dass Jonathan Nolan da seine Finger im Spiel hat. I <3 beide Nolans.

    • semisuicidal

      „so halb“ ist gut; ich hatte ernsthafte probleme, meine abneigung gegen ihn nicht mein gesamtbild der serie beeinflussen zu lassen.. ;)
      stimmt, herrn nolan hätte ich durchaus noch erwähnen können, genauso wie allgemein vllt. etwas mehr hintergrund zu der produktion. vorgemerkt für die nächste rezension!

  • YellowLed

    D’accord in puncto Kaviezel – er ist ein Typ Darsteller, den ich generell nicht mag. Ähnlich Dominic Purcell in Prison Break kauft man ihm nicht wirklich ab, mehr als sich selbst zu spielen. Emerson, auf den die Serie ohnehin arg zugeschnitten ist, spielt ihn an die Wand, ohne viel zu tun.

    Person Of Interest macht vieles richtig, weil es vieles offen und unklar lässt. Das legt die Serie nicht vorzeitig fest – im Grunde kann alles passieren. Es deutet nicht nur in Bezug auf die Geschichte dahinter nur an, man hat zumindest im Piloten auch den Eindruck, weniger gesehen zu haben als passiert ist. Diese komprimierte Intensität macht es fesselnd. Auch die parallele NYPD-Handlung hat durchaus was.

    Ich bin kein Fan typischer police procedurals und mag auch CSI nicht wirklich, aber das hier ist anders. Ich fand den Piloten schon sehr gut, allerdings wird man aufpassen müssen, den Actionanteil zu dosieren. Mehr Hirn, weniger Knarre, dann werden wir damit viel Spaß haben.

    • semisuicidal

      was du über caviezel und emerson sagst, ist sehr treffend. ich werde mich in zukunft auch einfach an emerson halten und caviezel als notwendiges übel hinnehmen.
      dieses offen-lassen ist halt (für mein empfinden) wie schon gesagt, abrams-typisch. in der richtigen dosierung mag ich das durchaus auch, es kann aber auch schnell ins gegenteil umschlagen. geheimnis um jeden preis nervt mich einfach nur. bin gespannt, wie sich das hier gestalten wird – wie ich überhaupt gespannt bin, was aus dieser serie so wird. zumindest hat sie mich soweit gekriegt, dass ich ne 2. folge sehen muss.

      • Matthias Mees

        Ich empfinde das nicht so sehr als „offen lassen“, eher als andeuten – aber eben auch andeuten, dass es geklärt werden wird. Ohne jetzt zu spoilern, aber das geschieht bereits in Episode 2. :-)

        Auch so ein Typ wie Kaviezel übrigens: Holt McCallany, letzte Midseason zu sehen in Lights Out. Man hat einfach den Eindruck, die Herren würden eher besetzt, weil sie einem bestimmten Archtypus Mann entsprechen, als ob ihres schauspielerischen Könnens. Was mich an Kaviezel hier am meisten stört: Die Stimme. Er hat so einen Tonfall drauf, der irgendwie an Christian Bale in den Batman-Filmen erinnert (und auch da schon irgendwie lächerlich wirkt) – dieses rauh Gehauchte? Ganz schlimm.

      • semisuicidal

        nja, dann, noch ein grund mehr, folge 2 zu sehen. und dabei muss ich doch auch noch die anderen im serienblogprojekt vorgestellten serien und dazu noch die, die ich regelmäßig verfolge, sehen.. waaah. ich werde all meine sozialkontakte abbrechen müssen.
        witzig, dass du das mit christian bale sagst – an den musste ich die ganze zeit über denken. caviezel wirkt wie ein abklatsch von ihm. ärgert mich, weil ich bale sehrsehrsehr mag. die batman-filme habe ich nicht im ot gesehen, daher kann ich zu seiner stimme nichts sagen, aber in bezug auf caviezel ist es mir auch aufgefallen. offenbar ist das der lonely-wolf-tonfall (cowoboys zb klingen ja auch irgendwie immer ähnlich).

      • Curi0us

        Waaah! Jetzt weiß ich an wen mich Caviezel erinnert.. Die Stimme ist Batmans „Fight Voice“. Exakt. (und ich fand die in den Filmen auch eher.. äh.. lächerlich als Angsteinflössend.).

        Ich weiß aber nach wie vor nicht so recht, was fürn Problem ihr mit dem sonst habt. Er ist jetzt nicht der Überschauspieler aber im Vergleich zu sagen wir mal Keanu Reeves hat er doch schon sowas wie ’ne Mimik…

        Aber Matthias hat schon Recht, Emerson spielt ihn an die Wand. Das würde ich aber eher als Qualitätsmerkmal von Emerson sehen, den ich schon in Lost großartig fand (was da ja auch nicht auf die gesamte Cast zutraf).

        Und sonst: Serienoverkill. Das muss so im Frühherbst. Die Reihen lichten sich doch schon wieder. Free Agents wohl abgesetzt, ein paar Shows fliegen vermutlich eh bald aus den persönlichesn Shedules weil zu schwach, dann bleiben mal wieder 3-4 neue hängen. Wär ja schon was..

    • Matthias Mees

      Emerson ist klasse – und selbst wenn ich bei Person Of Interest ständig „Das ist Ben“ denke, weiß ich, dass er andere Rollen kann, etwa den (für meine Begriffe sensationell gespielten) Mann mit Asperger’s in einer Folge Parenthood.

      Kaviezel kann ich mir in keiner anderen Rolle als der hier vorstellen – das ist es, was mich an ihm stört. Mir würde allerdings auch kein Darsteller einfallen, der einen besseren Reese gespielt hätte und realistischerweise für TV verfügbar gewesen wäre.

  • Lisa

    Dass ich gerade etwas aufgeschrien habe, als ich den Titel deines Blogposts las, spiegelt meine Gefühle nicht mal ansatzweise wieder. Ich habe Person Of Interest ja erst Ende 2012 angefangen und ich brauchte ca. 10 Folgen, bis mich diese Serie so extrem (!) gefesselt hat. Falls du sie noch nicht weitergeguckt haben solltest (der Blogpost ist schließlich schon etwas älter, hust, hust), dann kann ich es nur empfehlen! Ich warte mittlerweile schon sehnsüchtig auf die aktuelle Folge! Und Michael Emerson, hach, was soll ich dazu nur sagen. Hach. Doppelhach.

    • semisuicidal

      tatsächlich habe ich nach dem piloten dann doch nicht mehr weitergeguckt.. vor allem im rahmen des blogprojekts stieß ich halt auf so viele serien, die ich noch dringender sehen wollte.. so many series, so little time.
      aber gerade deine tweets dazu haben dafür gesorgt, dass die serie wieder auf meiner to-watch-liste steht. :)

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