splitter

lisa schreibt in ihrem wundervollen post „pieces„, sie wünschte sich, „solche einträge auch von anderen zu lesen“. froh, einen aufhänger für den blogpost, den ich schon lange schreiben will, zu haben, komme ich diesem wunsch gern nach. :)

ich habe ständig das gefühl, nicht genug zu wissen. deshalb dauert es oft auch quälend lang, bis ich mir eine meinung über etwas gebildet habe. um mich zu etwas äussern zu können, muss ich möglichst alle hintergründe kennen. durch diese intensive beschäftigung damit entwickelt sich zwangsläufig ein gewisses verständnis für die einzelnen positionen, was es mir oft zusätzlich schwer macht, „partei zu ergreifen“. dadurch wirke ich auf viele unentschlossen oder gleichgültig, mir dagegen ist unbegreiflich, wie sie, manchmal innerhalb weniger minuten, unumstößliche meinungen zu etwas entwickeln können.

in büchern unterstreiche ich alles, was mich berührt, worin ich mich wiedererkenne, was mir besonders klug erscheint oder was ich einfach nicht vergessen will.

manchmal wünschte ich, ich könnte dasselbe mit blogposts tun.

wenn ich etwas mit den lippen festhalte – zb einen stift zwischen die lippen klemme – überkommt mich fast sofort ein heftiger brechreiz.

ich habe ein schwieriges verhältnis zum glauben. das schopenhauer-zitat „der wechsel allein ist das beständige.“ bringt das einzige, woran ich sicher glaube, am besten auf den punkt.

ich habe eine sehr große leidenschaft fürs schreiben, aber meist nur sehr wenig vertrauen in meine fähigkeiten diesbezüglich. ich komme nicht von der stelle, noch kann ich aufhören.

meine andere große leidenschaft ist die musik, und im gegensatz zum schreiben kann ich sie, dank meiner unbestreitbaren talentlosigkeit in diesem bereich, einfach nur genießen. was großartig ist.

„über musik schreiben ist wie zu architektur tanzen“, hat markus wiebusch gesagt, und obwohl ich das anders sehe, nehme ich es gern als begründung, wenn es darum geht, warum ich meine beiden leidenschaften nicht einfach verbinde.

ich kann nicht aufhören, bestimmte lebensentscheidungen wieder und wieder durchzugehen und mir alternativszenarien auszumalen.

ich bin gleichermaßen verschlossen wie exhibitionistisch.

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4 responses to “splitter

  • Holger

    Interessante Splitter, danke für diesen Einblick :-)

    Ich habe Angst vor (einflussreichen) Menschen, die sich mit oftmals bestenfalls Halbwissen vorschnell eine Meinung bilden, von der sie dann auch noch kaum abzubringen sind, egal, wie sehr unumstößliche Fakten ihrer Meinung widersprechen, und die sich dann vielleicht sogar erdreisten, man müsse die Fakten halt anpassen, damit sie ihren Überzeugungen entsprechen.

    Ich habe ein ganz einfaches Verhältnis zum Glauben bzw. zur Spiritualität – wer einen Glauben braucht um ein besserer / hoffnungsvoller Mensch zu sein, soll diesen Glauben hegen und pflegen, sofern dadurch nicht andere Menschen bevormundet / benachteiligt / schlechter gestellt / diskriminiert werden. Elitäres Religionsgedöns und die Frage nach dem „richtigen“ und dem „falschen“ Glauben sind mir zutiefst zuwider.

    • semisuicidal

      danke dir für deinen kommentar! :)

      ja, mir machen solche menschen auch angst. ich glaube, kaum etwas richtet so viel schaden an wie solche ignoranz.

      deine ansicht zum glauben teile ich auch. zwar war ein großteil der gläubigen menschen, die ich bisher kennengelernt habe, sehr offen und tolerant anderem gegenüber, und ich glaube auch, dass diese in der mehrzahl sind, aber fanatiker sind im besten fall unangenehm, im schlechtesten gefährlich. (womit wir irgendwie wieder beim obigen thema wären.)

  • ra ba-ma

    Hey,

    Tanz doch mal zu Architektur ;)
    Muss ja nicht zur belebtesten Zeit sein und nicht überall..und nur weil das unkonventionell wirkt muss es nicht schlecht sein den Mut zu haben damit anzufangen, vielleicht wartet die ein oder andere unscheinbare Immobilie ja nur darauf. Immer nur ausgetretene Pfade nachzulaufen ist nicht nur langweilig es bleibt ja kaum was anderes übrig als nachzuroboten und vielleicht schneller und effektiver zu sein als die Vorgänger. Aber ist das noch Leben?
    Ausgetretene Pfade= fade(leider für Lebensunterhalt nicht immer unumgänglich)
    Neue Pfade wollen gegangen und entdeckt werden. Sie wollen erst gebahnt werden und ohne nahen Kontakt zu allerlei Gestrüpp und folglich den ein oder anderen Kratzer gehts selten vorwärts.

    Du weisst glaub was ich mein..hab dein Blog über @afelia entdeckt und bin beeindruckt..da blogs und bloggen totales Neuland für mich sind werde ich hier mal weiter stöbern..
    Und schließe mit einem:

    Weiter so & Danke fürs aus der Seele schreiben(was wenige so hinbekommen, dass ich mich derart gespiegelt fühl..scheint doch ne Kollektiv-/WeltenSEEle zu geben irgendwo)

    Grüße und schöne Arbeit
    Raphael

    Tat twam asi

    • semisuicidal

      wie gesagt nutze ich das zitat als begründung dafür, dass ich nicht versuche, über musik zu schreiben. und dass ich das nicht tue, hat weniger mit konventionen zu tun als mit.. selbstvertrauen. deshalb kann ich dir nur bedingt folgen. ;)
      danke dir für kommentar und lob – und versuch dich ruhig im bloggen, da gibts ja keine regeln, vorgaben o.ä. – schreib, was dir einfällt.

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