scheiss auf „du musst“ – es lebe „ich will“!

[TW gewicht, diäten, körperbilder.]

 

 

vielleicht hat’s der ein oder andere über twitter schon mitbekommen: ich habe meine ernährung umgestellt, ich esse jetzt gesünder.
gut, zugegeben, das war nicht schwer. in den letzten monaten habe ich wirklich, wirklich richtig ungesund gegessen. morgens etwas knäckebrot, mittags meist nichts, abends ein, zwei brötchen mit belag, und danach, beim fernsehen oder lesen, viel schokolade und süßes. kaum vitamine, selten was warmes – und das meist auch nur, wenn ich mit dem mann zusammen war, abends oder am wochenende. für mich alleine kochen? war schon immer schwierig. die mengen passen nie für eine einzelperson und nicht alles kann man einfrieren. und überhaupt, nur für mich allein soviel aufwand? (ja, das hat natürlich etwas mit der wertschätzung für sich selbst zu tun..)

deshalb war es, wie gesagt, nicht schwer, mich gesünder zu ernähren – wo doch quasi alles gesünder ist als das, was ich vorher gemacht habe.
ich frühstücke jetzt ordentlich – haferflocken mit nüssen oder mandeln und frischem obst (SO lecker, warum habe ich das nicht früher schon gemacht?!). ich esse mittags (meist) warm – gut, so richtig kochen mag ich für mich alleine immer noch eher selten, aber das muss ja auch nicht immer sein: (aufgetaute) suppe, salat, gemüse-omelette, pasta mit spinat und feta oder einfach mal eine fertige gemüsemischung sind ja schnell gemacht. abends esse ich vollkornbrot mit käse, leichtem aufschnitt, paprika oder tomaten. zwischendurch gibt’s mal einen smoothie oder joghurt mit obst, und am wochenende kochen der mann und ich regelmäßig zusammen, dann meist auch „größere“ gerichte.
und bei all dem gilt immer: worauf ich eben lust habe. dementsprechend gibt es auch immer noch schokolade, süßes, kuchen – wann immer ich lust darauf habe (was immer noch nicht gerade selten vorkommt, aber – nicht allzu überraschend – seltener als vorher, als ich kaum regelmäßig aß).

aber eigentlich geht es gar nicht darum, was genau ich jetzt so esse.
es geht darum, was dahintersteckt, und das ist, in therapeutensprache, ein echter durchbruch für mich. dieses ist nämlich das erste mal in meinem leben, das erste mal in dreissig jahren, dass ich meine ernährung nicht aus gewichtsgründen umstelle. dieses mal geht es nicht ums abnehmen, sondern um meine gesundheit (wer mir jetzt mit „aber das hängt doch zwingend zusammen!“ kommt, wird übrigens angezündet).

ich war den herbst und winter über ständig krank, zuletzt hatte ich das gefühl, nicht einmal zwischen den einzelnen krankheiten mehr richtig fit zu werden. ich war dauernd müde, erschöpft, kraftlos. und auch wenn es zugegebenermaßen etwas gedauert hat – irgendwann kam ich drauf, dass das alles ganz eventuell ja auch mit meiner ernährung zusammenhängen könnte, und begann die umstellung.
und um ehrlich zu sein: natürlich kam mir, gerade anfangs, immer wieder der gedanke, dass man doch, wenn man schon dabei ist, vielleicht auch den fettärmeren käse nehmen und das brot vielleicht doch durch knäcke ersetzen könnte – aber, und auch das ist eine premiere: es meldete sich jedes mal gleich ein anderer teil, der sehr bestimmt „nein“ sagte. der mir sagte, dass es hier eben nicht um kalorien sparen, um abnehmen geht, sondern um gesundheit – und die ist durchaus auch mit vollfettkäse und vollkornbrot möglich.
diäten dagegen bedeuteten, mir ständig etwas zu verbieten, weil es vielleicht die optimale abnehm-höchst-kalorienzahl überstiegen hätte. und – überraschung – ich habe keine dieser (leider doch sehr zahlreichen) diäten durchgehalten. ich bin eben nicht (mehr) der typ für verzicht und verbote – besonders, wenn diese verbote von anderen kommen.
überhaupt, all diese diäten kamen von anderen. soviele regeln, die andere leute aufgestellt hatten, damit ich – vielleicht, eventuell – irgendwann mal so aussehe, wie sie fanden, dass ich aussehen sollte. ich habe nicht ein mal in frage gestellt, ob diese anderen denn damit recht haben – ich habe es akzeptiert und versucht, ihrem idealbild zu entsprechen.

und das, das ist der wichtige, für mich so bedeutsame punkt: was andere denken, wie andere mich beurteilen, ist scheissegal, es zählt, was ich denke, und zwar nur das. was ich jetzt tue, wie ich mich jetzt ernähre – das tue ich  für mich, nicht für andere. und das fühlt sich verdammt gut an.

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