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Geschützt: Jahresrückblick 2015

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splitter

lisa schreibt in ihrem wundervollen post „pieces„, sie wünschte sich, „solche einträge auch von anderen zu lesen“. froh, einen aufhänger für den blogpost, den ich schon lange schreiben will, zu haben, komme ich diesem wunsch gern nach. :)

ich habe ständig das gefühl, nicht genug zu wissen. deshalb dauert es oft auch quälend lang, bis ich mir eine meinung über etwas gebildet habe. um mich zu etwas äussern zu können, muss ich möglichst alle hintergründe kennen. durch diese intensive beschäftigung damit entwickelt sich zwangsläufig ein gewisses verständnis für die einzelnen positionen, was es mir oft zusätzlich schwer macht, „partei zu ergreifen“. dadurch wirke ich auf viele unentschlossen oder gleichgültig, mir dagegen ist unbegreiflich, wie sie, manchmal innerhalb weniger minuten, unumstößliche meinungen zu etwas entwickeln können.

in büchern unterstreiche ich alles, was mich berührt, worin ich mich wiedererkenne, was mir besonders klug erscheint oder was ich einfach nicht vergessen will.

manchmal wünschte ich, ich könnte dasselbe mit blogposts tun.

wenn ich etwas mit den lippen festhalte – zb einen stift zwischen die lippen klemme – überkommt mich fast sofort ein heftiger brechreiz.

ich habe ein schwieriges verhältnis zum glauben. das schopenhauer-zitat „der wechsel allein ist das beständige.“ bringt das einzige, woran ich sicher glaube, am besten auf den punkt.

ich habe eine sehr große leidenschaft fürs schreiben, aber meist nur sehr wenig vertrauen in meine fähigkeiten diesbezüglich. ich komme nicht von der stelle, noch kann ich aufhören.

meine andere große leidenschaft ist die musik, und im gegensatz zum schreiben kann ich sie, dank meiner unbestreitbaren talentlosigkeit in diesem bereich, einfach nur genießen. was großartig ist.

„über musik schreiben ist wie zu architektur tanzen“, hat markus wiebusch gesagt, und obwohl ich das anders sehe, nehme ich es gern als begründung, wenn es darum geht, warum ich meine beiden leidenschaften nicht einfach verbinde.

ich kann nicht aufhören, bestimmte lebensentscheidungen wieder und wieder durchzugehen und mir alternativszenarien auszumalen.

ich bin gleichermaßen verschlossen wie exhibitionistisch.


Geschützt: I

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einschub

im moment tut sich ne menge, so innendrin. vielleicht liegt das am neuen jahr, oder daran, dass schon wieder sieben jahre um sind, an den sternen oder dem wetter – oder eventuell daran, dass in letzter zeit vieles aus der vergangenheit auftaucht. jedenfalls sprudelt da irgendwas in mir  und da ich nicht weiß, wohin damit und mir schon das schreiben des letzten blogposts so geholfen hat, wird das also alles hier landen.

es ist nicht nur emo-content – das sollte der geneigte leser ja schon gewohnt sein – es ist auch sehr persönlich; daher werde ich solche einträge mit einem passwort schützen.
nebeneffekt: auf diese weise wird auch niemand gezwungen, diesen ungefilterten, unbearbeiteten gefühlsmüll zu lesen.
(wer es trotzdem möchte, kann sich gern über twitter, email oder sonstwie melden – und wen ich gut genug kenne, um mich nicht vor ihm für diesen gefühlsmüll totzuschämen, dem schicke ich dann das passwort.)


Geschützt: antwort

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vom glück(lich werden)

(schon seit tagen trug ich mich mit dem gedanken, mal über das glück zu bloggen, und eine sendung, die ich gestern abend im fernsehen gesehen habe, gab mir den letzten anstoß.)

 

 

sei es in selbsthilfebüchern, in esoterikforen, oder auch in dem „glücksreport“ gestern abend auf pro7: früher oder später fallen immer sätze wie „man muss nur wirklich wollen“. und spätestens da möchte ich dann brechen.
dieser einstieg wirkt vielleicht polemisch, aber nun ja – ich empfinde es so. es macht mich wütend, so etwas zu lesen oder hören. die these, man müsse sich nur entscheiden, glücklich zu sein, ist blanker unsinn und ausserdem ein schlag ins gesicht für jeden, der schon mal darum kämpfen musste, (wieder) glücklich zu werden.
wirklich, ich wünschte sehr, die eigenen gedanken und gefühle wären frei, so frei, dass man tatsächlich eine solche entscheidung treffen kann. dumm nur, dass sie das nicht sind. dumm, dass man, meist schon in kindheit und jugend, bewertungssysteme und denkmuster entwickelt, um die welt einzuordnen und sich in ihr zurechtzufinden; und dumm auch, dass einen diese muster und systeme, solange man sich nicht aktiv damit auseinandersetzt, meist ein leben lang begleiten. soviel also dazu: man kann gar nicht von jetzt auf gleich „einfach anders denken“.
manche dieser ratgeber gehen darauf sogar ein, schieben ihren plattitüden noch ein mahnendes „aber man muss auch dafür arbeiten!“ hinterher. in besagtem glücksreport bespielsweise dauerte es tatsächlich drei monate, gefüllt mit allerlei motivierenden, selbstbewusstseinssteigernden übungen wie boxen und klettern, ein paar tränenreichen gesprächen und natürlich auch einem umstyling, bis die kandidaten (!) endlich wieder glücklich waren. – entschuldigung, aber:hahahahaha!
nicht, dass manche der kandidaten nicht am ende sogar tatsächlich etwas glücklicher gewirkt hätten, nicht, dass manches, was man dort mit ihnen veranstaltet hat, im richtigen (therapeutischen!) rahmen nicht tatsächlich etwas bringen könnte – nein, mein problem ist eher, dass gewisse dinge sich einfach nicht innerhalb von 3 monaten bewältigen lassen. dinge, die 10, 20, 30 jahre zeit hatten, sich festzusetzen, die wird man nicht innerhalb von drei monaten los. schon gar innerhalb solcher drei monate.
es stimmt, man muss für sein glück arbeiten. man muss daran arbeiten, die alten muster und systeme zu durchbrechen, was schwierig und langwierig ist, und umso schwieriger wird je nachdem wie .. na, nennen wir es „dysfunktional,“ diese muster und systeme sind.
es fängt damit an, dass man sich seiner selbst erstmal bewusst werden muss, und das nicht in form einer einmaligen erleuchtung während eines gesprächs zb, sondern ständig. um bei den mustern zu bleiben: man identifiziert sie zunächst, und versucht dann, sich selbst so im blick zu haben, dass man sich sofort dabei erwischt, wenn man sie wieder einsetzt.
dann braucht man neue glaubenssätze, muster, wie auch immer, mit denen man die alten ersetzt. dafür muss man sich natürlich erst einmal darüber klarwerden, was man eigentlich wirklich will, wirklich braucht zum glücklichsein. hat man das klar für sich formuliert, muss man es sich immer und immer wieder bewusst machen, vor augen führen.
es geht darum, die alten wege, die man im kopf tausendmal gegangen ist, zu verlassen und neue zu gehen. und, so abgedroschen das bild auch ist, so treffend ist es einfach: jeder neue weg ist am anfang steinig. will man einen weg völlig ohne mühe, ganz selbstverständlich, gehen können, muss man ihn vorher.. ich weiß nicht, tausende male gehen, bis er richtig festgetrampelt ist und man jede biegung kennt. wie die alten, nicht-so-optimalen pfade , die man über jahre hinweg immer wieder und irgendwann ganz automatisch langgelatscht ist, eben.
ausserdem darf man bei all dem nicht zu streng mit sich sein, nicht in die selbsthass-falle tappen, wenn man meint, keine fortschritte zu machen oder nicht schnell genug zu sein, muss also auch und gerade dann darauf achten, nicht wieder in die alten muster zurückzufallen, gleichzeitig aber liebevoll mit sich zu sein und sich eventuelle rückschritte zu verzeihen.
um all das zu erreichen, kann man die verschiedensten dinge tun – es gibt so viele unterschiedliche ansätze, dass ich es am einfachsten finde, meine eigene erfahrung damit zu schildern: ich war ein halbes jahr in stationärer und ein jahr lang in ambulanter therapie, in dieser zeit habe ich sehr viele gespräche geführt, in denen ich versucht habe, mich mit dem was war und dem was ist zu versöhnen, rollenspiele gemacht, um andere, neue verhaltens- und reaktionsmöglichkeiten zu trainieren, unendlich viele bögen und ähnliches ausgefüllt, die der selbstreflektion dienten, imaginationsübungen und techniken erlernt, um entspannen und/oder regenerieren zu können, verschiedenste körperübungen, therapeutisches boxen und sporttherapie gemacht, um ein besseres verhältnis zu meinem körper im speziellen und bewegung im allgemeinen zu bekommen, gemalt und gestaltet, was besseren zugang zu meinen gefühlen ermöglichen und mir helfen sollte, diese auszudrücken, notfallkoffer gepackt und notfallpläne erstellt, um nicht mehr von (negativen) gefühlen überschwemmt und mitgerissen zu werden..
darüber hinaus habe ich stimmungs- und gedankentagebücher geführt, um mich weiterhin im blick zu haben, zettel mit für mich passenden sätzen in meiner wohnung verteilt, um sie mir besser einzuprägen, versucht, bestimmte gedankenübungen immer wieder zu machen..
ja, ich habe einiges versucht. und ich bin heute glücklicher als noch vor 10, 5 oder 3 jahren. ich habe noch einiges vor mir, die alten wege habe ich noch längst nicht alle verlassen, die alten denkmuster blitzen immer noch immer wieder auf, die selbsthassfalle schnappt nach wie vor manchmal zu – aber so gut wie immer merke ich es, wenn das passiert, noch währenddessen oder kurz darauf. gar nicht so selten gelingt es mir, dann einfach nur schmunzelnd den kopf über mich selbst zu schütteln, statt wütend zu werden, und hin und wieder ertappe ich mich dabei, wie ich einfach so etwas ganz anders mache als früher.
manchmal wird erst, wenn ich an einen glücksmoment zurückdenke, ganz erschrocken die überbesorgte stimme wach, die mich so lange schon begleitet, und fängt an zu schnattern, dass ich besser vorsichtig sein, mich nicht zu früh freuen soll, wer weiß, was da noch kommt, und überhaupt wird der absturz nach solchen momenten umso schlimmer, das weiß man doch – aber irgendwie wirkt das alles dann gar nicht mehr so richtig..

 

also: ja, glücklich sein kann man bestimmt lernen. manchmal, wenn einfach im gehirn etwas in unordnung geraten ist, braucht es vielleicht zusätzlich noch chemische hilfe, um die hormone wieder ins gleichgewicht zu bringen; vor allem aber braucht es eben arbeit. arbeit, und viel, viel geduld.

nicht nur ein buch, ein „showexperiment“ oder einen crashkurs.


wish i may

i’m losing my love of adventure
i’m losing all respect
for me and myself tonight
i wonder what happens if i get to
the end of this tunnel
and there isn’t a light
ive worn down the treads
on all of my tires
i’ve worn through the elbows
and the knees of my clothing
and i’m stumbling down
the gravel driveway of desire
trying not to wake up
my sleepy self-loathing

do you ever have that dream
when you open your mouth
and you try to scream
but you can’t make a sound
that’s everyday starting now
that’s everyday starting now

dont tell me it’s gonna be alright
you can’t sell me on your optimism tonight
it’s a stiff competition
to see who can stay up later
the stars or the street lights
and all they really want
is to be alone with the darkness
no more wish i may
no more wish i might

it takes a stiff upper lip
just to hold up my face
i gotta suck it up and savor
the taste of my own behavior
i am spinning with longing
faster then a roulette wheel
this is not who i meant to be
this is not how i meant to feel

i don’t think i am strong enough
to do this much longer
god, i wish i was stronger
this song could never be long enough
to express every longing
god, i wish it was longer…

ani difranco – wish i may